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ONLINE Wer profitiert künftig von der biologischen Vielfalt?

Oktober 29 @ 16:30 - 18:00

Als Biopiraterie wurde in den 2000er Jahren die Aneignung genetischer Ressourcen, vor allen der sehr biodiversitätsreichen Staaten des globalen Südens, durch transnationale Konzerne mit Sitz in OECD-Staaten bezeichnet, kritisiert und skandalisiert. Fälle von Biopiraterie beruhten auf dem physischen Transfer von Pflanzenmaterial, dessen Verwendung bei der Entwicklung verschiedenster Produkte (Medikamente, Nahrungsmittel, Kosmetika), für die dann geistige Eigentumsrechte bei Patentbehörden angemeldet wurden.

Das vor 10 Jahren auf der zehnten Vertragsstaatenkonferenz des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD-COP 10) angenommene und wenige Jahre später in Kraft getretene „Protokoll von Nagoya“ regelt zwar, dass Länder, deren genetische Ressourcen genutzt werden, an den Vorteilen und Einnahmen angemessen beteiligt werden, die aus der Nutzung dieser Ressourcen und des dazugehörigen Wissens erwachsen (Access and Benefit Sharing– ABS). Doch kann das Protokoll mittels des ungehinderten Transfers von Digitaler Sequenz-Information (DSI) über genetische Ressourcen immer leichter umgangen werden. Denn neue gentechnische und biotechnische Methoden (Genome Editing und Synthetische Biologie) ermöglichen es, lediglich digital erfasste Sequenzinformationen genetischer Ressourcen für die Veränderung von Erbgut zur Erzeugung neuer Eigenschaften von Organismen zu nutzen – und die Erfassung und elektronische Speicherung aller möglichen Informationen bezüglich genetischer Ressourcen vollzieht sich in rasantem Tempo. Angesichts dessen ist der Umgang mit DSI und deren Einbezug in die Regelungen des Nagoya-Protokolls zu einem gewichtigen neuen Konfliktfeld der internationalen Biodiversitätsdebatte geworden, an dem die nächste Konferenz der CBD (COP 15) scheitern könnte.

Die internationale Gemeinschaft ist vor altbekannte und doch neue Fragen gestellt: Wem gehören die genetischen Informationen, wer darf sie wie nutzen und wem gehören die Gewinne aus den daraus entwickelten Produkten? Wie ist die bisherige Praxis der Regelungen des Nagoya-Protokolls zu beurteilen und welches Potential birgt DSI für neue Formen der Biopiraterie? Welche Forderungen sind für die kommenden internationalen Verhandlungen um Benefit-Sharing für DSI essentiell – gerade aus einer Perspektive der Solidarität mit bäuerlichen, indigenen und traditionellen Gemeinschaften und mit biodiversitätsreichen Ländern des globalen Südens?

Gäste:

Edward Hammond (Direktor Prickly Research & Berater des Third World Network, USA)

Dr. Hartmut Meyer (Team Leader, ABS-Initiative – Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ))

Alejandro Argumedo (Programmdirektor, Andes Amazon Lead, Swift-Foundation, Peru)

Moderation: Christiane Grefe (Autorin des Buches „Global Gardening: Bioökonomie – Neuer Raubbau oder Wirtschaftsform der Zukunft?“ und ZEIT-Redakteurin)

Sprache: Simultanübersetzung Deutsch, Englisch, Spanisch

Anmeldung: https://calendar.boell.de/de/event/umkaempfte-natur-wer-profitiert-kuenftig-von-der-biologischen-vielfalt

Diese Konferenz ist die 3. Veranstaltung unserer vierteiligen Online-Konferenzreihe „Umkämpfte Natur: Landnutzung, Klimaschutz und neue Gentechnologien im Kontext der Debatte zum Schutz biologischer Vielfalt“.

Details

Datum:
Oktober 29
Zeit:
16:30 - 18:00
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