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Online: Normalität und Massenmord. Zur Sozialpsychologie der NS-TäterInnenschaft

November 23 @ 19:00 - 21:00

Normalität und Massenmord. Zur Sozialpsychologie der NS-TäterInnenschaft
Vortrag mit Prof. Dr. Rolf Pohl
Moderation: Prof. Dr. Julia König
2. Veranstaltung der Online-Reihe „Erinnern als höchste Form des Vergessens? Der Holocaust im Diskurs des 21. Jahrhunderts“. Die Veranstaltungen finden über Zoom und YouTube statt.
Alle Links unter: www.linktr.ee/erinnern2021
A N K Ü N D I G U N G S T E X T
Spätestens seit Hannah Arendts Hinweis auf die tiefe Kluft zwischen der Monströsität der NS-Verbrechen und der vergleichsweise banal wirkenden Durchschnittlichkeit ihrer Exekutoren steht die Frage nach der Normalität auf der Tagesordnung der NS-Täterforschung. Aber wie „normal“ waren die Täterinnen und Täter wirklich und, diese Zuschreibung einmal angenommen: wie ist es möglich, aus halbwegs „normalen“ Menschen grausame Massenmörder zu machen?
In der Täterforschung hat sich inzwischen dieses Normalitätsparadigma durchgesetzt, dessen „Erfolgsgeschichte“ und das in ihr inflationär verwendete, aber weitgehend undefinierte Etikett „normal“ kritisch überprüft und hinterfragt werden muss. Diese Auseinandersetzung steht im Zentrum des geplanten Vortrags. Sie mündet in den Entwurf eigener psychoanalytisch-sozialpsychologischer Ansätze zum Verhältnis von Normalität und Pathologie im Blick auf einzelne Täter und Tätergruppen, ein Blick, in dem der Zusammenhang von individuellen Dispositionen, den NS-Herrschaftsstrukturen und der massenpsychologischen Wirkung ihrer staatstragenden Ideologie nicht aus den Augen verloren wird. Dies bedeutet vor allem eine gründlichere Verbindung von NS-Täterforschung und Antisemitismusforschung.
R E F E R E N T
Prof. Dr. Rolf Pohl war bis 2017 Hochschullehrer für Sozialpsychologie am Institut für Soziologie an der Leibniz Universität Hannover. Er ist Mitbegründer und Koordinator der Arbeitsgemeinschaft Politische Psychologie (www.agpolpsy.de) und Mitglied im Fachbeirat von medica mondiale (www.medicamondiale.org). Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören im Bereich der Politischen Psychologie die Themen Militär und Krieg, NS-Täterschaft, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit sowie im Bereich der Geschlechterforschung die Themen Sexismus, Männlichkeit, sexuelle Gewalt und männliche Adoleszenz. Der verbindende Hauptfokus liegt dabei auf Fragen nach der Sozio- und Psychogenese von Gewaltverhältnissen.
V O R T R A G S R E I H E
Die Vortragsreihe findet zwischen November 2021 und Mai 2022 statt und wird ausgerichtet vom Arbeitskreis Erinnerung der Großregion, dem AStA Oldenburg, der Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung Trier, dem Referat für Antirassismus und Antifaschismus Trier und dem Rosa Salon in Zusammenarbeit mit dem AStA Trier, dem Bündnis gegen Antisemitismus Köln, Demokratie und Information (DEIN e. V.) und den Veranstaltungen zur Ideologiekritik Münster. Die Veranstaltungsreihe wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert sowie vom Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz im Rahmen des Programms „Gemeinsam für Gleichwertigkeit“.
Alle Veranstaltungen der Reihe im Überblick:
9. November 2021
Der Kern des Holocaust: Belzec, Sobibór, Treblinka und die „Aktion Reinhardt“
Referent: Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt
Moderation: Volker Beck
23. November 2021
Normalität und Massenmord. Zur Sozialpsychologie der NS-TäterInnenschaft
Referent: Prof Dr. Rolf Pohl
Moderation: Prof. Dr. Julia König
7. Dezember 2021
Der Holocaust als offenes Geheimnis
Referent: Felix Berge
Moderation: Andreas Borsch
6. Januar 2022
Kein Staat, sondern Herrschaft konkurrierender Machtgruppen.
Franz L. Neumanns materialistische Analyse des Nationalsozialismus im „Behemoth“
Referent: Dr. Felix Sassmannshausen
Moderation: Jonas Erulo und Sebastian Gräber
18. Januar 2022
Gender and Genocide: Sexual Violence against Jewish Women during the Holocaust
Referentin: Dr. Marta Havryshko
Moderation: Dr. Oren Osterer
25. Januar 2022
Das besetzte Europa 1939-1945.
Reflexionen zu Okkupation, kolonialer Herrschaft, Rassismus und Gewalt
Referentin: Prof. Dr. Tatjana Tönsmeyer
Moderation: Matheus Hagedorny
8. Februar 2022
Geschichtsdeutungen der deutschen Schuld – Anfänge und Grundfragen der NS- und Holocaustforschung in der Bundesrepublik
Referent: Dr. Nicolas Berg
Moderation: Dr. Ralf Balke
16. Februar 2022
The Uniqueness of the Holocaust
Referent: Prof. Dr. Steven T. Katz
Moderation: Prof. Dr. Günther Jikeli
22. Februar 2022
The ‚Jewish Enemy‘ in Nazi
Propaganda during World War
II and the Holocaust
Referent: Prof Dr. Jeffrey Herf
Moderation: Dr. Anja Thiele
2. März 2022
Holocaust: Erkenntnis und Erinnerung
Referent: PD Dr. Jan Gerber
Moderation: Anastasia Tikhomirova
15. März 2022
Holocaust und Erinnerungskonflikte in Osteuropa
Referentin: PD Dr. Ljiljana Radonić
Moderation: Alex Feuerherdt
29. März 2022
Parzellierte Erinnerung:
Narzisstische Momente der
deutschen Gedenklandschaft
Referentin: Felicitas Kübler
Moderation: Dr. Nikolas Lelle
12. April 2022
Postkoloniale Holocaustdeutungen
Referent: Dr. Steffen Klävers
Moderation: Katrin Henkelmann
26. April 2022
Von Pretoria und Windhuk
nach Auschwitz?
Über mögliche Kontinuitäten
zwischen kolonialer und
nationalsozialistischer Gewalt
Referent: PD Dr. Jonas Kreienbaum
Moderation: Dr. Jakob Zollmann
10. Mai 2022
Warum Rassimustheorien an der Erklärung des Antisemitismus scheitern
Referent: Micha Keiten
Moderation: Ronja Rossmann
24. Mai 2022
Hannah Arendts Bild des Holocaust und seine postkolonialen Erben
Referent: PD Dr. Ingo Elbe
Moderation: Jakob Hoffmann

 

Details

Datum:
November 23
Zeit:
19:00 - 21:00
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