Nachruf

Worte zum Abschied von Frank

Frank hat sich das Leben genommen. Zuvor hatte er bereits einen Versuch unternommen. Danach lag er monatelang im Krankenhaus – mit gebrochenen Knochen und einer zutiefst gebrochenen Seele. Oft habe ich ihn dort besucht, habe neben seinem Bett gesessen und versucht, ihm Nähe zu geben. Sein Leben hing immer am seidenen Faden, fragil und verletzlich. Es war ein Leben, in dem er seinen Platz nie wirklich gefunden hat. Ein Leben, das durch Leistungserbringer (Einrichtungen) eher erschwert als erleichtert wurde.

Hier noch einige Szenen aus seinem Leben, die bleiben:

  1. Frank liebte klassische Musik. Mehrmals lud er mich ein, gemeinsam mit ihm die Philharmonie zu besuchen. Diese Momente waren für ihn etwas Besonderes, kleine Inseln von Schönheit und Ruhe.
  2. Franks tiefes, dunkles Lachen klingt mir noch immer in den Ohren – ein Lachen, das selten war, aber umso eindrücklicher, wenn es da war.
  3. Frank erlaubte sich nicht, eine Zeitung zu kaufen, obwohl er das Zeitungslesen liebte. Sein Argument dagegen war, dass er es nicht wert sei – ein Gedanke, der viel über seinen inneren Kampf erzählt.

Gerne hätte ich ihm anstatt der Rose, eine aktuelle Tageszeitung ins Grab gelegt….

Frank, ich und die Kellerkinder wünschen dir, dass du einen Ort gefunden hast, an dem du ankommen konntest. Einen Ort, an dem du so sein darfst, wie du bist, ohne Zweifel, ohne Rechtfertigung, ohne Schmerz.